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Thema: Geschichte über den Kauf eines „offenen“ PGO 500 Bugracer

  1. #1
    Avatar von Chefprotter
    Chefprotter ist offline Gelegenheitsfahrer
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    Standard Geschichte über den Kauf eines „offenen“ PGO 500 Bugracer

    Eines möchte ich meinen Schilderungen vorwegstellen:
    1. Ich bin mit meinem Buggy sehr zufrieden und kann das Fahrzeug nur weiterempfehlen.
    2. Beide in der Geschichte erwähnten Buggyhändler sind im Vertrieb der Fahrzeuge noch sehr neu und deshalb wohl auch unerfahren. Das entschuldigt vielleicht einige Unkenntnis über die Materie.
    3. Ich versuche zwar, die Geschehnisse so objektiv wie möglich zu schildern, letztlich ist es aber allein MEINE SUBJEKTIVE SICHT der Dinge.
    4. Vorweggenommenes Fazit: Ich verlange nicht, dass alles auf Anhieb klappt oder funktioniert. Ich möchte nur als Kunde ernst genommen und mit Informationen versorgt werden – nicht ihnen hinterherlaufen oder –fahren.

    Ich scheine, als technischer Vollpfosten, mit Buggys nicht so viel Glück zu haben. Mit meinem Saiting 650 wurde ich aufgrund vieler technischer Probleme weder richtig warm, noch sonderlich glücklich. Ich bin eben kein Schrauber, sondern nur Fahrer. Nach den Erfahrungsberichten in den verschiedenen Buggyforen entschied ich mich daher zum Kauf eines PGO 500 Bugracer (mit LOF-Zulassung). Hauptargument war dabei, dass ein örtlicher Motorradhändler seit einigen Wochen nun ebenfalls PGO Fahrzeuge vertrieb. Mein technischer Ansprechpartner ist also nur zwei Kilometer von der Haustür weg. Das verspricht kurze Wege bei etwaigen Problemen.
    Ende Januar 2009 bestellte ich also mein Gefährt inkl. LOF-Zulassung (steht – zum Glück – so im Kaufvertrag). Der LOF-Umbau sollte max. drei Wochen dauern, so dass nach sechs Wochen mit der Auslieferung zu rechnen sei. Die Bestellung und der Umbau wurden über den „regional zuständige Zwischenhändler“ in Bonn ausgeführt.
    Nach vier Wochen tat sich noch nichts und mein Händler hakte nach. Auch weitere zwei Wochen später noch keine Nachricht, obwohl ich zweimal wöchtlich meinem Händler einen Informationsbesuch abstattete. Schließlich bekamen wir dann die Nachricht, dass der Buggy jetzt - in der sechsten Woche - umgebaut wird. Grund hierfür war ein Missverständnis zwischen dem regionalen Zwischenhändler und dem PGO Importeur Deutschland (ich glaube in Hamm). Während der Zwischenhändler von einer direkten Belieferung meines Händlers mit dem umgebauten Buggy vom Importeur ausging, erwartete der Importeur den eigenständigen Umbau und Abnahme eines bereits vorhandenen Fahrzeugs aus Bonn…
    Nach nur zwei weiteren Wochen kam dann das ersehnte Stück huckepack. Leider fehlten noch alle zur Zulassung notwendigen Papiere. Der Bonner Händler lieferte den Buggy aber kulanterweise mit roten Nummernschildern aus (wenn auch ohne den ‚Fahrzeugschein‘). Die Papiere würde PGO erst versenden, wenn denn die Zahlung dort eingegangen sei. Ich war jedenfalls erstmal glücklich, dass ich losfahren konnte!
    Nach zwei Wochen (und einer freundlichen Polizeikontrolle nur mit Führerschein und Nummernschild…) wurde ich ungeduldig. In dieser Zeit bin ich fast jeden zweiten Tag bei meinem Händler gewesen, um nach dem Verbleib der Papiere zu fragen. Schließlich wurde erreicht, dass PGO die Papiere direkt zu meinem Händler schicken sollte, was dann auch wenige Tage später erfolgte. Die Zulassung durch ihn lief problemlos. Bei der Montage der Nummernschilder wies ich bereits auf Vibrationsrisse im Dach hin (ist auf Garantie kurzerhand durch den Bonner Händler nach meinem Besuch – siehe weiter unten – erfolgt).
    Wenige Tage später entbrannte in einem Forum (zum Glück) eine Diskussion über die Anhängelast des PGOs. Mein Fahrzeugschein wies dort KEINE Eintragung auf – eigentlich doch komisch für eine Zugmaschine. Siehe da, er ist auch nur mit 15kw eingetragen – KEINE LOF-Zulassung. (Bin rechtlich nicht so bewandert, aber das heißt wohl, dass ich ein ‚illegal‘ getuntes Fahrzeug OHNE Versicherungsschutz bewegt habe.) Zusätzlich stelle ich fest, dass die verbaute Anhänger-Steckdose nicht funktioniert: Stecker rein und alle Blinker gehen auf Dauerfeuer. Etwas angefressen geht’s zu meinem Händler. Pech nur, dass mein Händler und der regionale Zwischenhändler in Bonn wohl nicht miteinander reden oder sich einfach nicht verstehen. Zunächst passierte also – nichts. Erst als mein Händler Druck machte, kam der Vorschlag: Wir (aus Bonn) holen den Buggy ab und der Kunde (also ich) bekommt solange einen Vorführ-PGO. Damit konnte ich leben, bis ich im Bugracer saß – mit superlautem IXIL Sportauspuff, offenem Luftfilter, einer anderen Kupplung/Vario (Malossi) – und einem roten Kennzeichen, diesmal aber MIT Fahrzeugschein. Nach zwei Wochen rufe ich dann donnerstags auf der Suche nach Informationen über meinen Buggy – nach einigen, erfolglosen Besuchen bei meinem Händler – selbst in Bonn an. Ja, Freitag noch über den TÜV, am Samstag liefern wir das Gefährt zu Ihrem Händler.
    Als bis um 13.00 Uhr mich noch niemand benachrichtigt an, rufe ich in Bonn an. Ob mein Buggy denn schon unterwegs sein? Keine Ahnung, bekomme ich zu hören, ich hätte nur den Werkstatt-Leiter dran. (Ich dachte immer, DER hätte – neben dem Geschäftsführer – in so einem Laden die Ahnung?!?) Mir schwillt der Kamm – ob er denn wohl auf dem Hof schauen könnte, denn soooo viele schwarze PGOs wird er nicht rumstehen haben – schon gar nicht aus meiner Gegend.
    Doch, mein Fahrzeug steht auf dem Hof, stellt er fest. Mein Blutdruck steigt, denn der Geschäftsführer, den ich unverzüglich zu sprechen wünsche, ist (angeblich?) schon weg. Dann solle der Werkstattleiter gefälligst ausrichten, dass ich noch bis Sonntagabend angerufen werden will. Das passiert natürlich nicht.
    Am Montag rufe ich an und habe den Geschäftsführer dran. Er weiß nichts und verspricht noch am Montag zurückzurufen. Nachdem das bis um 16.00 Uhr nicht erfolgt, rufe ich an. Ob ich noch nicht angerufen worden sei, will der Bonner Händler wissen. Allmählich raste ich aus. Ob ich ihn wohl anrufen würde, WENN ich die Informationen schon hätte… Also, soll ich bis 17:00 Uhr angerufen werden. Um 17:37 Uhr platzt mir endgültig der Ar…, als ICH wieder anrufe und der Geschäftsführer weg ist. ‚Wenn Herr xxx mich nicht bis morgen früh um 10.00 Uhr angerufen hat, stehe ich morgen Nachmittag mit der Polizei oder meinem Rechtsanwalt vor der Tür.‘ Und da man ja nichts androhen soll, was man nicht bereit ist zu tun…
    In strömendem Regen fahre ich also am Dienstagmittag mit dem Racer (und Ohrenstöpseln) von daheim nach Bonn – Vollgas über die Autobahn. Kurz vor Bergheim wandelt sich der Auspuffton von extrem laut auf Flugzeugstart. Ich fahre die nächste Abfahrt runter (muss mir aber mit einer Hand trotz Gehörschutz das rechte Ohr zuhalten, weil es sonst wehtut!!!) und sehe dann das Malheur. Von drei Imbus-Schrauben, die den Auspuffendtopf halten, fehlen zwei. Das Endrohr ist quasi offen! Zum Glück hat die Shell-Tankstelle 800m weiter Schrauben und Schlüssel. Meine Stimmung befindet sich also auf dem Hochpunkt, als ich die Fahrt mit 30 Minuten Verspätung in Bonn beende.
    Der Geschäftsführer befindet sich gerade in einem Verkaufsgespräch – gut, DEN Roller hat er jedenfalls nicht verkauft, weil ich Ihn aufgrund seines „Service“ und seiner „Informationspolitik“ in seinem Laden vor etwa 8 Kunden ‚rund‘ mache. Nachdem er sinnbildlich blutend am Boden liegt UND ich noch zweimal in die Weichteile nachgetreten habe, lasse ich Ihn auch zu Wort kommen. Zumindest hat er JETZT Zeit für mich und erklärt, dass sie meinen Buggy nicht über den TÜV kriegen. Ihnen fehlt die COC Bescheinigung mit offener Leistung. Der Geschäftsführer ist ratlos. Ich gebe Tipps, welche Werkstätten im Internet den PGO noch offen anbieten. Schnell ist dann die Firma Fourtec ausfindig gemacht, die auch weiß, was Sache ist. (Und siehe da, Nebelschlussleuchte muss DOCH dran). Das Ganze soll noch am Freitag der Woche passieren. Ich verlasse den Laden mit der festen Zusage, am Freitag angerufen zu werden, ob die TÜV-Abnahme geklappt hat.
    Natürlich rufe ICH an diesem Freitag um 16.30 Uhr erneut in Bonn an. Erst kurz zuvor kam der Buggy von Fourtech MIT TÜV zurück. Die Anlieferung zu meinem Händler wurde für 11.30 Uhr zugesagt.
    Aus für den eifrigen Mitleser wahrscheinlich nicht ersichtlichen Gründen rufe ich am Samstag um 11.15 Uhr nochmals in Bonn an. So ein Glück, gerade wollte man mich anrufen, denn leider konnte sich der Fahrer noch nicht auf den Weg machen. Ich erinnere daran, dass MEIN Händler um 14.00 Uhr seine Tore schließt und das Gerät bis dahin da sein muss…
    Tatsächlich ist mein Buggy mit Gutachten dann um 13.30 Uhr vor Ort. Mein Händler bittet noch um Fahrzeugschein und –brief für die Ummeldung am Montag. Am Montagnachmittag der Anruf: Ähm, wir haben da etwas vergessen. Zurzeit ist mein Buggy als normales Quad angemeldet – mit drei Jahren TÜV bei Neuzulassung. LOFs hingegen haben nur ZWEI Jahre TÜV, also brauchen sie auch die Nummernschilder…
    An diesem Dienstabend erhalten ich dann – vier Monate nach Bestellung – mein Gefährt im gewünschten Zustand.

    Nochmals: Ich habe mit beiden PGOs in etwas über zwei Monaten fast 6.000km abgespult. Dabei löste sich einmal der Tuning-Endtopf und bei meinem Buggy die Auspuffschelle, beides aufgrund der Vibrationen des Einzylinders. Ansonsten hatte ich keine technischen Defekte und bin sehr zufrieden mit dem Fahrzeug. Enttäuscht bin ich aber von der „Informationspolitik“ und dem Servicegrad beider Händler.
    Geändert von Chefprotter (29.05.2009 um 00:50 Uhr)

  2. Folgende 22 Benutzer bedanken sich bei Chefprotter für diesen Beitrag:

    4Rad (29.05.2009), AchimHP (29.05.2009), Alter Bock (29.05.2009), blitzman (29.05.2009), Chris1 (06.06.2009), Cobra (29.05.2009), Corner28 (18.10.2011), Frei Wild (29.05.2009), Gast 07.07.2010 (29.05.2009), Gast 31.01.2010 (29.05.2009), Gerhard 1 (31.05.2009), incense (29.05.2009), Jean-Luc (29.05.2009), krauderpidder (29.05.2009), kucki (03.06.2009), maxdriver (29.05.2009), Quadharry (06.06.2009), schrauber (29.05.2009), selu66 (29.05.2009), Waldwicht (29.05.2009), www.power-buggy.de (29.05.2009), xela (29.05.2009)

  3. #2
    Avatar von AchimHP
    AchimHP ist offline Buggyhändler
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    Standard

    ... ich hab Tränen in den Augen , mehr oder weniger normales Buggyleben....

    Aber der Knaller ist wirklich das hier :

    Ihnen fehlt die COC Bescheinigung mit offener Leistung
    (das ist ein bisschen so wie "heißes Wasser einfrieren")
    absolut ohne Worte...

    Aber, Du hast es (für den Anfang jedenfalls) überstanden und ich wünsche Dir Allzeit gute Fahrt
    Grüße aus Essen, AchimHP

    Sharkbuggy! was sonst?
    http://www.sharkbuggyshop.de

    BCB300-II, er ist da!!! ... und er ist schnell...

    DAZON Raider 1100 RE und RU ... eine Klasse für sich...


  4. #3
    Avatar von maxdriver
    maxdriver ist offline Allwetterfahrer
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    21.09.2008
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    238

    Standard

    Ja wie ich schon woanders geschrieben habe scheint mir das dieser doch teure Buggy
    (10.000 EUR reichen nicht bis er fertig und zugelassen ist...)
    wirklich nur verkauft werden soll.

    Was hinterher kommt ist haarstreubender Umgang mit dem Kunden.

    Ich habe auch ein wenig den Verdacht das hier PGO in Belgien von dem einen oder anderen gar nichts weiss.

    Der Umgang mit den Händlern von Seiten "PGO Deutschland" schlägt sich bis zum Kunden durch... Leider
    (auch hier nur ein Verdacht!) Mein Händler sagt ganz klar: Ich habe keine Lust mehr PGO´s zu verkaufen....?????

    Da liegt wohl einiges im Argen.

    Der Leidtragende ist mal wieder der Kunde...

    Grüße aus dem Westerwald

    PS Das Problem ist das dieses "verdammte Sch...ding" einfach nur riesen, riesen Megaspass macht...
    Geändert von maxdriver (29.05.2009 um 09:10 Uhr) Grund: PS angehängt
    Geschwindigkeit ist keine Hexerei... Der 500er fährt nunmal gute 115 km/h

  5. #4
    Avatar von krauderpidder
    krauderpidder ist offline Hardcorecrosser
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    26.03.2004
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    4.207

    Standard

    Also Chefprotter, so sehr du und deine Nerven sicher gelitten haben liest sich das ganze doch sehr unterhaltsam, auch auf die Gefahr hin dass ich mich jetzt damit unbeliebt mache - ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen !

    Danke für den ausführlichen Bericht !!!
    Ist mir scheißegal wer dein Vater ist, solange ich hier angele läuft hier keiner über's Wasser.

  6. #5
    Avatar von Chefprotter
    Chefprotter ist offline Gelegenheitsfahrer
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    09.10.2008
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    91

    Standard

    So war das auch gedacht! Und es hat ja ein "Happy End" genommen, sonst hätte ich meine Geschichte auch nicht eingestellt...

  7. #6
    Avatar von Quadharry
    Quadharry ist offline Gelegenheitsfahrer
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    23.09.2006
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    191

    Standard

    Toller Bericht, Chefprotter.
    Schön das jetzt alles überstanden ist. Das mit der Auspuffschelle an deinem Bug war gut zu hören aber deine Beifahrerin hatte ja einen MP 3 Player dabei
    Die Werkstatt deines Händlers hat einen guten Schrauber. Das der Händler selber manchmal nicht den besten Service bietet ist uns schon öfter zu Ohren gekommen.

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