Hier wieder ein paar Neuigkeiten zu meinem Taurus und eine Relativierung von übertriebenen Kommentierungen meiner Aussagen in vergangenen Berichten:
Ich habe am Wochenende mit einem Bekannten vom „Schrauber-Fach“ die Vorderachsen meines Taurus mal demontiert, um den eiernden Rädern und dem dadurch entstehenden Bremsenklackern auf die Schliche zu kommen.
Als erstes mal ist sicherheitstechnisch alles im Lot und die Verkehrssicherheit auf keinen Fall beeinträchtigt! Also keine losen Schrauben oder sonst etwas, was zu befürchten wäre.
Es handelt sich „lediglich“ um, für das Auge unschöne, Unwuchten der Vorderräder aber eben nicht um sicherheitsrelevante Material- oder Konstruktionsfehler!.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an Janneman, der mich hierbei bestens unterstützte, also seiner Rolle als Verkäufer und Importeur mehr als großzügig gerecht wurde!
Im Prinzip kann ich nur alles nochmals bestätigen, was Dave und Martin bereits geschildert hatten.
1. Die Konuszapfen (oder wie nennt man diese Teile genau??), auf die die Radnarben/Radaufnahmen mit den Radlagern kommen, sind sicher nicht aus bestem Material gefertigt und auch keiner Einsatzhärtung oder Feinbearbeitung unterzogen. Diese Zapfen sind auch lediglich in die Radaufhängung eingepresst und hinten verschweißt.
D.h. eine exakte und verzugslose Geometrie und Oberfläche dieser Zapfen ist natürlich nicht zu erwarten!
2. Die Radlager selbst haben mich etwas überrascht, denn ich hätte hier zumindest einen für solche Bauteile üblichen, geringen Toleranzbereich erwartet, aber ein Lager konnte ich bis fast die Mitte des Zapfens schieben, ein anderes passte nicht mal drauf und ein weiteres lag dazwischend.h. hier sind schon größere Maßtoleranzen vorhanden!
Das rechte Radlager war zudem zu fest angezogen, bekam die Narbe nur mit nem Abzieher schwer runter und die Rollen des Lagers waren bereits nach 500km temperaturbedingt angelaufen, weil eben der Druck auf die Rollen zu stark war.
3. Und das ist die eigentliche Problemursache, die Radnarben selbst scheinen eben recht grob bearbeitet zu sein!
Sicherlich als grobe Gussteile in einer veralteten Manufaktur mit Drehbank weiterbearbeitet, aber eben keine Qualitätsbearbeitung, so dass die Stirnseite (wo die Felge angeschraubt wird)und die Rückseite (wo die Bremsscheibe, die im übrigen sehr dünn ist, angeschraubt ist) exakt im 90° Winkel zur Drehachse stehen, die Bohrungen für die Felgenbefestigung nicht 100% zentrisch verteilt um die Drehachse angeordnet sind und die Bohrung der Radaufnahme/Radlager eben nicht 100% zentrisch und parallel verläuft.
4. Die Bremsanlage selbst, auf den dünnen Bremsscheiben, hat auch sehr viel Spiel in alle Richtungen und die Bremsbeläge werden im Originalzustand durch keinerlei Federwirkung in Position und unter ständigem Druck gehalten!
Da die Bremsanlage aber eben an der Radaufhängung befestigt ist und sich wegen der o.g. Umstände die Räder mit samt den Bremsscheiben leicht exzentrisch und eiernd bewegen, verkanten eben die Bremsbeläge 1 bis 2 mal je Umdrehung der Räder und klackern dann wieder 1-2 mal je Umdrehung gegen die Bremsscheibe, wenn das Verkanten vorüber und wieder freies Spiel möglich ist. Dies führt zu dem nun oft genug beschrieben Klackern, welches man bei langsamer Fahrt deutlich hört (bei schneller Fahrt wäre das natürlich genauso zu hören, wenn der Motor und die sonstigen Fahrgeräusche nicht wären
Die hintere Bremsanlage ist übrigens wegen der Handbremse sehr viel besser und stabiler und lummert deshalb nicht so lose auf der Bremsscheibe herum. Außerdem ist die Radnarbe da auch genau wie Dave bereits beschrieb, besser gefertigt und die Räder laufen dort besser als vorne.
5. Die Bremsscheiben selbst sind zwar sehr dünn, aber hier konnte ich kein Verzug feststellen. Auch die Felgen hatte ich mit der groben Originalbereifung auf der Auswuchtmaschine und diese sind im üblichen Rahmen auswuchtbar. Also auch hier haben sich Befürchtungen über deformierte Felgen nicht bestätigt, im Gegenteil, alles eigentlich recht gut.
Die Felgenmuttern könnte man vielleicht durch 2-teilige austauschen, da die Senkung an den Alufelgen so tief ist, dass bereits der Sechskant der Muttern das Alu der Felgen angreift. Wenn also jemand nen Tip hat, welche KFZ-Radmuttern hier passen, wäre ich dankbar. Eben solche, wo die Muttern unten gerade sind aber gegen konische Scheiben drücken... verständlich genug ausgedrückt???
Also alles in allem habe ich jetzt ein viel besseres Gefühl mit dem ganzen, weil ich mir das alles mal im Detail angeschaut habe und mir nun auch über Sicherheit keine Gedanken machen muss!
Mein Bekannter riet mir, glaub ich zurecht, hier alles in einem relativen Rahmen zu sehen: Natürlich kann man das alles verbessern, und ich möchte zumindest durch Nachdrehen der Radnarben, wie das Dave machte, und durch anbringen von Federn an den Bremsbelägen, eine bessere Laufruhe hinbekommen, aber im Prinzip sind das wirklich „Schönheitsoperationen“, die keine Auswirkung auf Lebensdauer oder Sicherheit haben.
Also wer Spaß an der Behebung von solchen Fehlern hat, der hat, wie an jedem Buggy genug Quellen, wo sich etwas Verbessern lässt von günstigst bis kostspielig, aber ansonsten ist hier von der Original-Technik her wirklich nichts im argen!! Wer diesen Buggy einfach nur fahren möchte, der ist mit Sicherheit nicht schlecht bedient und erhält so auch ohne weitere Investitionen ein tolles Fun-Mobil.
Der Motor ist bisher ohne Mucken gelaufen, die Schaltung ist nach dem Ölwechsel und dem fixen dieses Umlenkscharniers des Schaltgestänges einwandfrei und sehr leicht gängig, der Fahrspaß also bisher ungetrübt super.
Die Öl-Leckagen hab ich im Moment auch im Griff, also z.Zt. absolut damit zufrieden!!
Wie gesagt, die Laufruhe würde ich gerne durch die Nachbearbeitung der Radnarben, wie es Dave gemacht hat, verbessern.
@Dave: vielleicht könntest du mir mal ne Nachricht schicken, welche Flächen du nachbearbeitet hattest, nur die Stirnseite oder auch die Anlage der Bremsscheibe?
Ich nehme an, das Einspannen ist hier das größte Problem und da rühren wahrscheinlich auch die Toleranzen her, weil man nicht mit einer Einspannung alle notwendigen Flächen auf einmal bearbeiten kann, so also im ungünstigsten Fall diese Abweichungen der Zentrierung entstehen...
Da ich gerne öfters mal meinen Kleinen mitnehmen würde, aber stets der Fahrtwind ein Problem dabei darstellt, wäre ich für Tips dankbar, wo ich vielleicht doch ne Frontscheibe herbekommen könnte, die hier passt, gibt es da was??
...bis zum nächsten Bericht.
Gruß
Stephan




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), auf die die Radnarben/Radaufnahmen mit den Radlagern kommen, sind sicher nicht aus bestem Material gefertigt und auch keiner Einsatzhärtung oder Feinbearbeitung unterzogen. Diese Zapfen sind auch lediglich in die Radaufhängung eingepresst und hinten verschweißt.


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