Nahezu jedes Radlager hat ein gewisses Grundspiel. Hält man das Lager in der Hand ist dies kaum festzustellen. Wackelt man im eingebauten Zustand am Rad, kann man dieses Radlagerspiel fühlen und messen. Bei unseren Fahrzeugen mit 14“ Felgen beträgt es etwa 1,0 bis 1,5mm am Felgenhorn (Ende der Felge, Beginn des Reifens).
Auch wenn das Radlager sich eigentlich leicht drehen lässt, wird beim Fahren Reibung und somit Wärme erzeugt. Diese Wärme bewirkt die Ausdehnung des Metalls des Radlagers. Genau für diese Ausdehnung des Metalls im Radlager ist das Radlagerspiel beim kalten Fahrzeug eine Art Sicherheitspuffer.
Je fester die Achsmutter angezogen wird, desto geringer ist das Spiel im kalten Zustand und desto größer wird dann die Reibung und somit Wärme beim Fahren. Wenn die durch die Wärme sich ausdehnenden Metallteile im Radlager den nötigen Spielraum nicht erhalten, dann nimmt sich das Radlager diesen Spielraum und geht innerhalb eines gewissen Zeitraums kaputt.
Bei der aktuellen Konstruktion unserer kleinen Buggies (bb 650 / 800 / 1100), hat das hintere Radlager keine innere Presspassung, d.h. es wird nur außen in den Achs- bzw. Lagerbock eingepresst. Innen auf der Antriebswelle oder der Radnabe gibt es keine Presspassung.
Wenn man mit der Achsmutter die Radnabe zu stark auf den inneren Rand des Radlagers presst (über das Feingewinde der Achsmutter können sehr große Kräfte erzeugt werden), besteht die Gefahr, dass die inneren Lagerschalen verformt werden und so die Lebensdauer des hinteren Radlagers verkürzt wird. Die Folge ist eine zunehmende Instabilität und eine sich häufig lockernde Achsmutter.
Bei unseren Fahrzeugen empfehlen wir daher die Achsmuttern mit geeignetem Werkzeug nur so fest anzuziehen, dass das Radlagerspiel gemessen am Felgenhorn etwa 1,0 bis 1,5mm beträgt. Sollte in dieser Position der Splint nicht eingesteckt werden können, sollte die Kronenmutter eher gelockert werden bis der Splint passt, als sie fester anzuziehen damit der Splint eingesteckt werden kann.
Wir möchten jedem DRINGEND davon abraten, an sicherheitsrelevanten Bauteilen wie der Achsmutter selbst zu arbeiten und dies ausschließlich dem Borossi Händler oder der Fachwerkstatt zu überlassen.




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